• Natalie

03/07/20 – Step by step



Endlich ist es Sommer, aber wir sind weiterhin fleißig am Doku schreiben und haben es endlich geschafft unsere Inhalte weitestgehend zu vervollständigen. Schritt für Schritt geht es also voran. Auch das Indesign-Dokument hat erhebliche Fortschritte gemacht, da wir die meisten Texte mittlerweile eingefügt haben und auch schon viele Schaubilder und Fotos zur Visualisierung der Inhalte an der passenden Stelle platziert sind. Dennoch gibt es eine Menge zu tun. Wir wollen unsere Texte noch gegenseitig gegen lesen und korrigieren und schließlich unser Dokument unseren Korrekturlesern – die sich zum Glück (größtenteils freiwillig) zur Verfügung gestellt haben – zum Lesen geben. Ebenfalls müssen wir layouttechnisch noch über einige Seiten drüber schauen und optimieren. Es wird uns also nie langweilig.


Dieses Mal starteten wir mit einem Repost in die Woche. Dabei griffen wir auf, dass Populisten gerne neue Worte erfinden und damit für Aufmerksamkeit sorgen. In unserem Beispiel beklagte eine populistische Partei in Deutschland die fehlende Erfahrung von Annegret Kramp-Karrenbauer, die Ursula von-der-Leyen in ihrem Amt als Verteidigungsministerin ablöste, und nutzte dabei die Fantasienamen »G36-Gretel« und »Flinten-Uschi«. Durch Fantasienamen, die Populisten für ihre Gegnern erfinden, können sie auf geschickte Weise Vorwürfe umgehen, die sie bei offensiven Beleidigungen erreichen würden. Dennoch können sie ihre Verachtung öffentlich zeigen, indem sie sich über sie lustig machen. Mehr über Fantasienamen und ihre Wirkungen findet ihr in unserem Beitrag.


Immer wieder interessant sind auch die Erkenntnisse, die wir aus unseren Postings und den Reaktionen unserer Abonnenten ziehen können. So fällt beispielsweise auf, dass unsere Reposts insgesamt weniger gelikt werden, als unsere Fakten- und Provokationsposts. Vor allem unsere Provokationsposts werden in der Regel deutlich mehr gelikt oder kommentiert. Dies verdeutlicht, warum Populisten bei ihren Beiträgen eine prägnante Bildsprache und kurze, aber aufmerksamkeitserregende Schlagsätze nutzen – denn offensichtlich sprechen gerade diese Beiträge die Nutzer am stärksten an und rufen am wahrscheinlichsten eine Reaktion hervor. Für uns ist es sehr interessant, dies nun selbst »erleben« zu können und Rückschlüsse auf die populistischen Gestaltungsmittel ziehen zu können.


Unser zweiter Beitrag der Woche war wieder aus unserer Lieblingskategorie von Posts, nämlich ein Provokationspost. Dieses Mal thematisierten wir einen sehr wichtigen Bestandteil von populistischen Organisationen – die Führungsfigur. Denn ohne ein charismatisches »Aushängeschild« kommen die wenigsten populistischen Gruppen aus. Populistische Führungsfiguren präsentieren sich als die »Stimme des Volkes« und positionieren sich als politische Außenseitern, die sich für das Volk einsetzen und nicht der »korrupten Elite« angehören. Dabei stellen sie sich gerne als politische Newcomer dar und distanzieren sich dadurch von den anderen »alten« Politikern. Auffällig ist dabei jedoch, dass in Wirklichkeit viele Populisten auch schon vorher in der Politik tätig waren. Populistische »Führer« wie Björn Höcke, Alice Weidel, Alexander Gauland, Oscar Lafontaine oder Donald Trump zeichnet oft eine starke Rhetorik aus, die durch die populistischen Kommunikationsmethoden nochmals verstärkt wird. Nicht zuletzt begründet sich darauf der Erfolg vieler populistischer Parteien.

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